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Das Phänomen der guten Gründe

Das Phänomen der guten Gründe

Wenn du zu den Menschen gehörst, die in der "Ich-würde-ja-aber-Falle" sitzen, dann kann dir dieser Beitrag evtl. weiterhelfen. Vielen Menschen geht es so, dass sie gerne ihr Leben anders gestalten würden, aber ... irgendetwas ist gerade nicht so, wie es sein sollte.

Oft sind es gute Gründe, die Menschen daran hindern loszulegen und sich ihre Träume zu erfüllen. Die Gesundheit ist nicht optimal. Die Beziehung geht gerade in die Brüche. Sie haben einen geliebten Menschen verloren. Sie haben gerade sehr viel um die Ohren. Jeder einzelne Grund für sich genommen, sollte ernst genommen werden und in die Planung mit einbezogen werden - aber niemals sollte er jemand daran hindern, das zu kreieren, was man haben, sein oder werden will. 

Deshalb braucht es eine systematische Herangehensweise, die langfristig die gewünschten Ergebnisse liefert. 


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Da war es wieder.
Tatsächlich dachte ich kurz, es hätte sich verflüchtigt, aber nun ist es wieder wie gewohnt an seinem angestammten Platz. Das Phänomen der guten Gründe.

Vielleicht kennst du das ja. Wenn man Menschen Lösungswege für ihr Problem aufzeigt, erzeugt man damit vielerlei Reaktionen, die sich in zwei generelle Parteien zusammenfassen lassen.

Fangen wir mit der kleineren Gruppe an. Diese Menschen bedanken sich für die Ideen, beziehen diese in ihre Entscheidungsfindung mit ein und handeln dann entsprechend. Ende der Geschichte.

Die zweite Gruppe von Menschen hat immer gute Gründe, warum der jeweilige Lösungsansatz gerade bei ihnen nicht passt und sie diesen Weg auf keinen Fall gehen können. Sie brauchen eine andere Lösung. Irgendetwas, das besser zu ihrer ganz besonderen Situation passt. Was genau, wissen sie auch nicht, aber anders halt. So, wie vorgeschlagen, geht es jedenfalls nicht, so viel steht schon mal fest.

Das Phänomen der guten Gründe scheint immer dann von manchen Menschen Besitz zu ergreifen, wenn sich die Dinge anfangen zu bewegen. Es deutet sich tatsächliche Veränderung an und das scheint diese Menschen derart in Panik zu versetzen, dass sie sich mit Händen und Füßen wehren.

Dabei beteuern sie genau das Gegenteil. Sie wollen ja etwas verändern, aber …
Gerade läuft die Scheidung, auf der Arbeit ist es stressig, es steht erst noch ein Urlaub an, die Gesundheit spielt gerade nicht mit, der Wellensittich muss zum Tierarzt, oder die Oma muss jeden Tag zum Arzt gefahren werden.

Alles für sich genommen, mal mehr mal weniger gute Gründe, das zu tun, was wir nur allzu gerne tun - Nichts. Oder ein paar Alibi-Aktivitäten, hinter denen man sich bei Bedarf verstecken kann. Da muss ich erst noch einen Kurs belegen, ein Seminar besuchen, ein Buch lesen, ein Training besuchen, oder mir sonst wie Wissen aneignen, ohne das ich unmöglich starten kann. Ich will schließlich vorbereitet sein.

Kein Wunder, dass viele Menschen der Tod mitten in der Vorbereitung aufs Leben ereilt. Nicht, weil sie so jung ihr Leben aushauchen, sondern weil sie sich immer noch vorbereiten, wenn sie schon längst in Rente sind. Die letzten Worte sind dann: “Gleich morgen fange ich an …”

Okay, das ist etwas überzogen, aber frag doch mal in deiner näheren Umgebung die Menschen, ob sie den Großteil des Tages mit dem verbringen, was sie schon immer tun wollten. Oder ob sie diese Gestaltung ihres Lebens erst noch planen - für später irgendwann, wenn es besser passt.

Im konkreten Fall, der mir heute wieder begegnet ist, sagte der Betroffene: “Hey, ich hab jetzt Familie, da kann ich nicht nur an mich denken. Ich muss jetzt auch Mutter und Kind mitversorgen und Verantwortung zeigen.”

Dem kann und will ich nicht widersprechen. Selbstverständlich sollte niemand eine Familie gründen und dann Harakiri spielen und das Wohlergehen der Menschen, die man liebt, aufs Spiel setzen. Aber das verlangt ja auch keiner.

Der junge Mann wollte eigentlich sein eigenes Unternehmen gründen und hatte dafür auch ein durchaus tragfähiges Konzept erarbeitet. Jetzt war ihm das Risiko eines Gründungskredits und der unsicheren Startphase zu hoch und er wollte stattdessen einen Job annehmen, der ihm zwar keine Freude bereitete, aber sichere Einnahmen versprach.

Ich verstehe dieses Bedürfnis nach Sicherheit und ich habe Phasen als Selbständiger durchgemacht, da hätte ich die Sicherheit eines festen Termins, an dem jeden Monat wieder Geld aufs Konto kommt, durchaus zu schätzen gewusst.

Deshalb würde ich auch nie jemanden überreden, diesen Schritt zu gehen. Ich biete nur eine andere, längerfristige Sichtweise an, die in eine Entscheidung einbezogen werden kann.

Wenn er nach reiflicher Überlegung zu der Überzeugung kommt, dass er auf Dauer so glücklicher wird, als wenn er seinen Traum verfolgt, dann sollte er das tun, was er für richtig hält.

Wenn er sich aber, so wie ich vermutete, nur aus Angst vor dem Scheitern, wegduckte und Lösungen pauschal als Risiko betrachtete, dann würde er es mit Sicherheit irgendwann bereuen. Und fast immer leidet dann auch die Familie darunter, weil er ihr dann unbewusst die Schuld gibt. Er hätte ja anders gehandelt, wenn nicht …

Es gibt immer Möglichkeiten für denjenigen der will. Er müsste nur die Grundbedingungen ändern. Solange er alleine für sich Geld verdienen muss, kann er ein höheres Risiko gehen, als wenn noch eine Familie von ihm abhängig ist. Aber Harakiri sollte er auch als Alleinstehender nicht spielen - was würde das für einen Sinn ergeben?

Und im Gegensatz dazu gibt es genügend Familienväter, die Unternehmer sind und trotz schwankender Einnahmen, nicht gleich die Existenz ihrer Familien aufs Spiel setzen müssen. Die Chancen stehen gut, wenn alles gut konzipiert und flexibel ausgerichtet ist, dass der Mut mit einem materiell besseren Leben belohnt wird.

Es gibt immer gute Gründe etwas nicht zu tun. Schon alleine deshalb, weil Handeln immer auch mit Risiken verbunden ist. Wer handelt kann Fehler machen und auf die Nase fallen - wer erst mal ruhig sitzen bleibt, minimiert sein Risiko - aber halt auch seine Lebensfreude, sein Selbstvertrauen, seine Schaffenskraft und er verschmäht all die Talente, Fähigkeiten und Vorlieben, die er auf den Weg mitbekommen hat, und die darauf warten aktiviert und gefördert zu werden.

Wir Menschen wollen an unseren Aufgaben wachsen, und das erfordert, dass wir immer mal wieder Dinge angehen, von denen wir noch nicht genau wissen, wie wir sie bewältigen sollen. Natürlich kann dabei auch mal was schief gehen und wir werden dabei selbstverständlich auch mal Fehler machen. Aber das gehört zu diesem Wachstumsprozess dazu.

Warum also nicht das große Ziel im Auge behalten und die ersten Schritte an die jeweilige Situation anpassen? Das widerspricht sich doch nicht.

Der junge Mann hat jetzt eine Familie. Das bedeutet, dass er ein Konzept braucht, das sicherstellt, dass auch während der Aufbauphase genügend Geld zur Verfügung steht, um die Grundversorgung mit allem Notwendigen zu sichern. Gut - das kann man einplanen. Entweder über eine höhere Finanzierung, eine großzügigere, langfristigere Planung mit fehlenden Einnahmen, oder durch einen nebenberuflichen Start.

Möglicherweise reicht ein Teilzeitjob für die Grundversorgung und den Rest der Zeit nutzt er für den Firmenaufbau. Das dauert etwas länger, als sofort in die Vollen zu gehen, aber wenn die ganze Familie dadurch ruhiger schläft - warum nicht?

Vielleicht gibt es noch weitere Lösungsansätze, wie die Aufnahme eines stillen Teilhabers, der die Aufbauzeit mit finanziert und das Risiko abfedert. Vielleicht eignet sich die Geschäftsidee für ein Crowdfunding, oder es können bestehende Strukturen genutzt werden.

Steht die Entscheidung, dass man sein Ziel erreichen will, werden sich auch Ideen finden, wie das geschehen kann - und zwar unter Berücksichtigung aller Umstände in denen der oder die Betroffene gerade lebt.

Gute Gründe etwas nicht zu tun, was man gerne tun würde, haben oft eine berechtigte Grundlage. Sie sind Bedenken, die man nicht einfach so abtun sollte. Aber man darf sich diesen Gründen auch nicht ergeben. Stattdessen solltest du sie als das behandeln, was sie sind - Hindernisse und Herausforderungen, die du in deine Planungen einbeziehen musst. Fertig.

Möglicherweise fallen diese Herausforderungen bei dir größer aus, als bei anderen, möglicherweise hast du es in mancher Hinsicht leichter - wer weiß. Im Grunde genommen spielt das eine untergeordnete Rolle. Die Hauptrolle spielt dein Entschluss, deine Vorstellungen umzusetzen, so wie du das haben willst, im vollen Vertrauen, dass du eine Lösung dafür finden wirst.

Wenn du dazu Sicherheitsgurte und Halteseile brauchst, dann besorg dir welche. Wenn du lieber auf dem Hochseil balancierst, dann lerne wie man das macht. Und für alle Wege dazwischen - finde einen flexiblen, tragfähigen Prozess.

Viel Erfolg dabei und
alles Gute
dein
Gerd Ziegler

About the Author Gerd Ziegler

Gerd Ziegler hat Betriebswirtschaft studiert und seinen Master in Business-Administration (MBA) an der Business-School der University of East-London abgelegt. Er ist seit 1999 selbständig und unterstützt Unternehmer und solche die es werden wollen dabei, ihr Leben und ihr Business mit Freude und größtmöglicher Freiheit zu gestalten. Hier gibt es Infos zu den bisher erschienenen Büchern: Bücher von Gerd Ziegler

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